die deutsche Ally McBeal FanPage

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letzte Aktualisierung: 13.10.2001


#401 Bodycheck [Sex, Lies and Second Thoughts]

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Bisher bei Ally McBeal...

Aus 3#10 - 'Freunde, Feinde und Liebhaber':
In Allys Büro. Elaine will gerade mit ihren pheromongetränkten Hosen auf die "Jagd" gehen, als sie von Ally zurückgehalten wird.
Ally: Bist du schon mal einem Mann begegnet, von dem du dachtest, er wäre... der Richtige für mich?
Elaine: Nein.
Ally: Niemals?

Aus 3#19 - 'E-Mail für mich':
Auf dem Flur des Gerichts treffen sich Brian und Ally.
Brian: Sind wir uns schon mal begegnet?
Ally: Das glaube ich nicht.
Brian: Sie-Sie-Sie haben mich vorhin so angesehen, als ob...

Später in Renées Kanzlei. Georgia reicht den beiden Kaffee.
Ally: Er ist es. Ich habe einfach so ein Gefühl. Ich-ich schwöre, da war irgendwas... [Man sieht, wie sich Ally nochmal die Szene vorstellt, als Brian im Gericht aufsteht und sie dabei anschaut.] Und so wie er mich angesehen hat...

Aus 3#21 - 'Not nach Noten':
Brian und Ally stehen vor der Bar.
Brian: Hat dir schon mal jemand gesagt, wie unglaublich schön du bist, wenn du wütend wirst?
Ally: Du willst mich einwickeln!
Brian: Und, funktioniert's? Woran denkst du?

Es folgt zu pompöser Musik ein Zusammenschnitt von Ally im "Kissfight" mit Joel, Glenn, Greg, Billy, John und dem Soßengesicht. Als nächstes folgt das grunzende Lachen von Dennis, im Original klingt er wirklich wie ein Schwein! Dann die Szenen, in der sie von Jack Billings am Hintern betatscht wird, wie sie beim Tanzen einen aufdringlichen Kerl wegstößt, wie im Aufzug dem Soßengesicht die Soße übers Gesicht läuft, wie Glenn im Knetkurs die Hüllen fallen lässt, wie Ally im Müllcontainer entsorgt wird und wie sie Kevin, dem Coffeeshop-Besitzer und Richter, Kaffee über den Kopf leert. Schließlich wird auch noch gezeigt, wie Ally vom Stripper, der zu ihrem Geburtstag bestellt wurde, angetanzt wird, wie sie mit dem Gummimann tanzt, wie sich Disco-Koteletten-Wuschelkopf-John graziös zu ihr hin bewegt, wie Ling und sie sich küssen. Ausserdem dürfen die beiden Kanaillen Fitzy und Wally nicht fehlen, ebenso wenig wie die Beschnuppern-wir-doch-mal-unsere-Hintern-Szene mit Billy. Der krönende Abschluss bildet der Ausschnitt, in dem sich Ally im Schaufenster Hochzeitskleider ansieht und sie dabei scheinbar als Modell in einem der Kleider sich selbst zulächelt.
Ally: Ich habe einen Freund!

Und jetzt geht's weiter...

Während man über das nächtliche Boston "fliegt", beginnt im Hintergrund schon Renées Duett mit Vonda in der Bar. Sie singen den Carole-King-Klassiker "Will You Still Love Me Tomorrow". Renée trägt ein endgeil aussehendes, ihre Formen hauteng umfließendes Kleid, sie sieht schlichtweg großartig aus.
Renée:
Tonight you're mine completely
You gave your love so sweetly
Vonda:
Tonight the light of love is in your eyes
Beide:
Will you still love me tomorrow?
Ally und Brian sind ebenfalls in der Bar. Ally wiegt ihren Kopf zur Musik.
Ally: Aaah, das ist einer meiner Lieblingssongs, schon ewig. Ich möchte wissen, wieso Renée mir nicht gesagt hat, dass sie ihn singt. [Sie nimmt ihr Glas Rotwein und daraus einen Schluck. Sie und Brian halten Händchen.]
Brian: Vielleicht ist es eine Überraschung, um einen besonderen Anlass zu feiern.
Ally: Was für einen besonderen Anlass?
Brian: Na ja, ich habe einen Freund. Er liebt eine Frau. Sie sind seit sechs Monaten zusammen und er will unbedingt auch sein ganzes Leben mit ihr verbringen. [Er nimmt nun auch einen Schluck Wein.]
Ally: Und, liebt sie ihn?
Brian: Mhmh.
Ally: Warum fragt er sie dann nicht einfach? [Sie nippt wieder am Glas.]
Brian: Das hat er ja vor, daher der besondere Anlass. In diesem Augenblick führt er sie aus. Er hat dafür gesorgt, dass ihre beste Freundin im Hintergrund ihr Lieblingslied singt... [Ally, betört vom Song, wirkt etwas abgelenkt und nagt an ihrem Daumennagel.] ...er hat sich vorgenommen, eine teure Flasche Wein zu bestellen, ihre Hand zu halten und, während sie mit etwas Anderem beschäftigt ist, ihr einen... Saphirring an den Finger zu stecken. Meinst du, es wird klappen?
Ally: Es klingt auf jeden Fall sehr romantisch... [Endlich fällt bei ihr der Groschen!!! Sie schaut zur Bühne.]
Vonda und Renée: Will you still love me tomorrow?
Ally schaut sich die Flasche Wein an und zieht dann verwundert ihre Hand unter Brians hervor. An ihrem Ringfinger steckt ein Saphirring.
Brian: Ally McBeal...
Ally: [mit belegter Stimme] Ja?
Brian: Willst du... mit mir... zusammenziehen?
Die Musik im Hintergrund stirbt dissonant ab...

Intro. Für die 4. Staffel wurde ein neues Intro gekreiert aus altbekannten, aber auch neuen Szenen aus den ersten paar Folgen der Staffel. Titelsong ist natürlich "Searchin' My Soul" geblieben, er wurde aber neu abgemischt und klingt jetzt irgendwie "cooler". Bei der Vorstellung der Darsteller hat sich auch etwas getan. Sie werden wie folgt aufgeführt:
Calista Flockhart
Greg Germann
Lisa Nicole Carson
Jane Krakowski
Vonda Shepard
Portia de Rossi
Lucy Liu
James LeGros
with Robert Downey Jr.
and Peter MacNicol
Created by David E. Kelley

nihil, 14.09.2001

Man befindet sich immer noch in der Bar. Mittlerweile stimmen Renée und Vonda ein neues Duett an.
Renée: What kind of fool do you think I am...
Brian: Du scheinst überwältig zu sein.

[Kommentar von Sibo: Und genauso schaut Ally auch aus. Allerdings muss man bei ihrem Überwältigt-Sein-Anblick wohl die Glücklichkeitskomponente abziehen! *g*]

Ally: Das liegt daran, dass... ich es bin... Das ist so unglaublich! Wow!
Brian: Und? Wie ist deine Antwort?
Ally: Bitte?
Brian: Du hast meine Frage nicht beantwortet. Willst du mit mir zusammenziehen?
Renée: What kind of fool do you think I am, baby
Ally: Brian! ... Schatz! ... Liebster! ... Ich muss erst darüber nachdenken!
Brian lächelt zuerst, nach dieser Antwort schaut er aber ziemlich bedröppelt aus der Wäsche.

Später am Abend. Renée und Ally liegen gemeinsam im Bett.
Ally: Ich kann nicht sagen, dass ich nicht bei ihm einziehen will. Ich bin bereit dazu! Ich möchte es! Aber...
Renée: [sanft, aber auch ein wenig süffisant] Es würde bedeuten, dass du nicht mehr bei mir schlafen könntest.
Ally: Das wär' ein Grund.
Renée: Ich kann dir da schlecht raten. Bei solchen Entscheidungen gibt es nur eine Person, die dir raten könnte. Und wir wissen beide, wer das ist...
Ally, Renée: [gemeinsam] Ein Therapeut.

Im Konferenzraum. Alle Anwälte sind versammelt.
Richard: Erster Punkt. Maureen Ringer gegen Wayne Keebler. John, bist du soweit?
John: Durchaus. [Er dreht seinen Füller zwischen den Fingern.]
Nelle: Wie hast du's geschafft, dass eine Annullierung vor dem Schwurgericht verhandelt wird?
John: Ich habe die Richerin davon überzeugt, dass es ein heikler Fall ist und dass es die Parteien verdienen, einen Tag von Geschworenen gehört zu werden. [Johns Nase pfeift zweimal ganz leise und zaghaft vor sich hin. Er bläst ein bisschen Luft durch und drückt sein linkes Nasenloch zu.]
Richard: Nervös, John?
John: Ich bin nicht nervös. Danke. Das Pfeifen war Absicht. Ich hab' vor, es im Verfahren gelegentlich einzuwerfen.
Mark: Du willst dein Pfeifen einsetzen?
John: Ich muss gegen Dick Raditz antreten und außerdem hab' ich einen äußerst dürftigen Klagegrund.
Mark: Was? Du willst den Anschein erwecken, das Pfeifen käme aus der Nase eines anderen?
John: Lassen wir das.
Mark kann ein erstaunt-herablassend-bewunderndes Lachen nicht zurückhalten.
Mark: Das will ich sehen... [Er stockt, nachdem er von John einen Töte-Blick bekommen hat.] Mach weiter, Richard.
Ally: Ich möchte euch etwas bekannt geben. Und es könnte ein kleiner Schock für euch sein. Brian hat mich gefragt, ob ich nicht zu ihm ziehen will.
Richard: [kalt] Na sowas.
Nelle: [kühl] Wow.
Mark: [kühler] Na toll.
Ling: [The Ling-Way] Er ist so ein Langweiler.
Ally: [über diese Aussage aufgebracht] Er ist kein Langweiler!
Nelle: Was ist nun?! Willst du?
Ally: Ich hab' mich noch nicht entschieden. Aber wenn ich in den nächsten Tagen ein wenig abwesend sein sollte, dann ist es...
Ling: Ich werde es bestimmt sein.

[Kommentar von Sibo: Ling sagt zwar nicht viel, aber was sie sagt, trifft wie immer genau.]

Nelles Nase pfeift. Sie schaut sich um. Ling und Ally blicken sie entsetzt an. Nelle drückt sich ihr Nasenloch zu, ein zweiter Pfiff. Ling und Ally schauen zu John, der sich an sein linkes Ohr greift und so tut, als könne er dafür überhaupt nichts. Mark wirft aufgebracht seinen Stift auf den Tisch. Mit Johns Strategie kann er überhaupt nichts anfangen.

In Johns Büro. John bespricht mit Maureen seine Taktik vor Gericht.
Maureen: 700'000 Dollar???
John: Ja. Das sollten wir in Erwägung ziehen. Weißt du, nach dem Gesetz stünden ihm eigentlich nur...
Maureen: Aber nur wenn wir verheiratet wären.
John: Aber ihr-ihr wart sechs Jahre lang verheir...
Maureen: Das war zum Schein.
John: Darüber wird zu verhandeln sein. Aber wenn wir nicht gewinnen...
Maureen: Du musst gewinnen, John!
John: Ja, Moment. Ich will damit sagen...
Maureen: Nein, lass mich ausreden!
John: Nein, lass MICH ausreden! Ich hab' angefangen!
Maureen: Nein, hast du nicht!
John: [schreit] Ich hab' sehr wohl angefangen!!! Ich hab'...
Maureen: [schreit auch] Hast du nicht!
John: Natürlich! "Nach dem Gesetz", das sagte ich! Dann hast du mich unterbrochen mit "Nur wenn wir verheiratet wären", ich rief dazwischen "Ihr wart verheiratet", dann hast du mich wieder unterbrochen "Aber nur zum Schein"!!! Und als ich versuchte, etwas übers Gewinnen zu sagen, hast du sofort gekontert, dass ich gewinnen müsste!!! Und als ich darauf antworten wollte, hast du losgebrüllt "Lass mich ausreden!" und das ist der momentane Stand. [Er schnauft auf.]
Maureen: Deswegen brauchst du ja nicht schnippisch zu werden.
John: Maureen, 700'000 Dollar ist ein gutes...
Maureen: Ich werde das niemals...
John: [schon wieder genervt] Lass mich endlich ausreden! Vielleicht hat der Mann dich nur verlassen, um mal einen Satz beenden zu können!!! [Bei soviel Energieaufwand muss John ein zweites Mal aufschnaufen und Sauerstoff durch seine Blutbahnen pumpen. Er stützt seinen Kopf in die Hand.] Ich bitte um Verzeihung.
Maureen: [kleinlaut] Ich habe ihn verlassen, falls du's nicht mehr weißt.
John sammelt sich, indem er in seinem Steingärtchen den Sand rechelt.
John: Du und ich, wir sind alte Freunde. Die Ehe annullieren zu lassen, wird sehr schwierig...
Maureen: Du hast erreicht...
John: [muss wieder laut werden] UUUUUNNNNNNNNNNNNNNNNNNDDDDDDDDDDDD...
Maureen: [fügt schnell das Ende ihres Satzes an] dasswirGeschworenebekommenentschuldige. Sprich weiter!
John: Wenn du gewinnen willst, musst du ertragen, dass man einige sehr unangenehme Dinge über dich sagen wird, und ich bin auch gezwungen, unangenehme Dinge anzuführen. Außerdem schont dich der gegnerische Anwalt bestimmt nicht. Er und ich... [John muss schon wieder Luft pumpen.] Du weißt, dass ich dich gern hab' und dass ich dir helfen will. Deshalb rat' ich dir dringend zu einem Vergleich!
Maureen: Dieser Mann hat mir meine Würde genommen, John. Ich will nicht aus dem Gerichtssaal gehen... Ich habe mich damit abgefunden, dass man mich als dick bezeichnet, als hässlich, als eine, die allein sein wird. Aber ich werd' mich nicht damit abfinden, dass man mich für blöd hält.

Sibo, 05.09.2001

Ally tritt in Tracys Praxis, wo sie allerdings nicht auf Tracy trifft. Stattdessen findet sie einen Mann vor, der erst von einem ganzen Stapel Kisten verdeckt ist. Er ist offenbar gerade dabei, sein Büro einzurichten. Er trägt eine helle Hose mit braunem Gürtel sowie ein blaues Hemd, dessen Ärmel er hochgekrempelt hat. Passend dazu trägt er eine blaue Krawatte, deren Knoten er gelockert hat. Seine Brille verleiht ihm trotz des legeren Anzugs eine gewisse Seriosität. Ally, in eine rote Bluse und einen rotweiß gemusterten Jupe gekleidet, tritt ein und ist erstaunt über das, was sie zu sehen kriegt. Im Vordergrund steht noch ein Bild aus Tracys Zeiten, das mich immer irgendwie an die Figuren aus "South Park" erinnert *g* Der Mann, der übrigens Larry Paul heißt, packt einen Haufen Kleiderbügel aus und schiebt ihn in ein Bücherregal, als er Ally bemerkt, die immer noch keinen Mucks über die Lippen gebracht hat.

[Kommentar von Sibo: Aaaaalso, Larry Paul ist einfach... wow! Kein Wunder, dass Ally keinen Ton rausbringt. Normalerweise müsste sich ihre Zunge selbstständig machen, und wenn schon nicht auf die Art wie bei Dr. Greg Butters, dann sollte sie sich doch zumindest auf dem Boden entrollen! Ja, Larry Paul ist der Mann, der in der Serie noch gefehlt hat! Er gehört nicht zur Gruppe der Exzentriker, nicht zur Gruppe der Money-Money-Money-Fishe (mit einem Schwanz) und auch nicht zur Gruppe der aalglatten Mark-Alberts! Hach, er ist ein MANNNNNNN!!! *Zunge*rollt*sich*auf*dem*Boden*aus* *ggg*]

Ally und Larry mustern sich, ziemlich lange, ziemlich lautlos. Larry bricht schließlich das Schweigen. Er spricht sehr abgehackt und ist alles andere als leicht zu verstehen, gelle, Sibo *ggg*

[Kommentar von Sibo: Dies kann ich nur bestätigen. Es ist nicht leicht zu verstehen und daher umgibt Larry Paul auch das Charisma des Geheimnisvollen!]

Larry: Kann ich helfen?
Ally: Ich wollte eigentlich zu Tracy.
Larry: Ah, sie arbeitet hier nicht mehr. Sie ist nach Foxborough gezogen.
Ally: Foxborough? Sie hat mir nicht gesagt, dass sie wegzieht.
Larry: [immer noch am Ein- und Umräumen] Sie sind nicht zufällig Ally McBeal?
Ally: Doch, die bin ich zufällig. Woher wissen Sie das?
Larry: Äh, sie hat alle Akten mitgenommen bis auf eine: "Ally McBeal". [Er nimmt einen dicken Stapel Papier und geht damit in Richtung Ally.] Tolle Hymne übrigens. [Ally reißt ihm die Akte Ally aus den Händen.] Larry Paul.
Ally: Sie hat alle Akten mitgenommen bis auf meine?
Larry: Ja, mit einem Zettel, ähm... [Er sucht nach einem Blatt im Stapel und findet es.] "Im Falle eines Notfalls..." [Die Anweisungen scheinen ihn zu erstaunen.] "...Pech gehabt!"
Ally: [reißt ihm das Blatt aus den Fingern] Das hier ist ein Notfall! Und jetzt geben Sie mir ihre Nummer!

[Kommentar von nihil: Oder sollte es heißen "Und jetzt geben Sie mir Ihre Nummer!"? ;-)]

Larry: Sie hat keine hinterlassen, ich schwör's. [Mit verschränkten Armen lehnt er sich an seinen Tisch.] Was gibt's denn?
Ally: [schaut Larry lange an und überlegt, bevor sie loslegt] Öh, es-es gibt da einen... es gibt da, es gibt da einen-einen Mann... mit dem ich seit einiger Zeit ausgehe und er hat mich gebeten, hmmm... bei ihm einzuziehen.
Larry: Hhh, Mistkerl! Mein Rat wäre: Tun Sie's nicht!
Ally: Wieso?
Larry: Ganz offensichtlich will Sie der Typ nicht heiraten.
Ally: Woher wollen Sie das wissen?
Larry: Hat er Sie gefragt, ob Sie ihn heiraten wollen?
Ally: Wie kommen Sie darauf, dass ich ihn heiraten will, hm?
Larry: Weil Sie nicht der Typ für eine Geliebte sind. Wenn Sie bei einem Kerl einziehen, den Sie nicht zu heiraten beabsichtigen...
Ally: I-ich habe nie gesagt, dass ich das nicht beabsichtige.
Larry: Sind Sie seine Geliebte?
Ally: Nein! Ich bin nicht seine Geliebte!
Larry: Wozu ziehen Sie zu einem Kerl, der Angst hat, Sie zu heiraten?
Ally: Woher wissen Sie, dass er Angst hat?
Larry: [mit lauter Stimme] Weil er Sie nicht gefragt hat!
Ally: Hören Sie, ich bin wegen meiner Unentschlossenheit hier und nicht wegen seiner...
Larry: Wie ist der Sex?
Ally: [sprachlos] Wie bitte?
Larry: Mit dem Freund? Der Sex?
Ally: Also, das ist jetzt wohl nicht das Thema hier.
Larry: Uuuh, so gut is' er!
Ally: Äh, hören Sie...
Larry: Ally... [Ally schaut ihn fragend an, er nickt in Richtung Stuhl, sie setzt sich hin.] Es geht mich ja nichts an, aber... [Auch er setzt sich hin, worauf er sich laut und deutlich räuspert.] Bei jeder Beziehung läuft es irgendwann auf den Sex hinaus. Warum? Weil Männer und Frauen ganz verschiedene Interessen haben. Glauben Sie ja nicht den Mist über Kommunikation. Egal, wie verliebt Sie am Anfang sind, irgendwann haben Männer und Frauen einander nichts mehr zu sagen. Und wenn es dann so weit ist, bleibt einem nur noch - der - Sex. Und wehe, er ist nicht gut ist, das brauche ich Ihnen nicht zu sagen. Deshalb sind Sie hier: Der Sex ist miserabel.
Ally: [hat die ganze Zeit aufmerksam zugehört] Na ja, er... könnte besser sein.
Larry: Sehr viel besser.
Ally: Also gut, sehr viel besser!
Larry: Dann sagen Sie es ihm.
Ally: Ich kann einem Mann doch nicht sagen, dass er furchtbar im Bett ist!
Larry: [schmunzelt] Ah, jetzt ist er furchtbar!
Ally: Nein nein nein nein nein... [Ca. 25 Mal :-) Danach zwängt Ally die Worte nur noch zwischen den Zähnen raus.] Nein! Er ist nur... er ist... nicht gerade toll.
Larry: Also schön. [Er nimmt die Brille von der Nase und sieht gleich nochmal so kompetent wie schnucklig aus.] Hören Sie mir zu, das ist jetzt wichtig. Es wird niederschmetternd für ihn sein. Das Günstigste wäre, Sie sagen ihm am Schluss des Gespräches etwas Positives, woran er sich festhalten kann.
Ally: Und wie soll ich das machen?
Larry: Ich würde ihm anfangs sagen, er sei furchtbar im Bett, und ihn dann aufwerten zu "nicht so toll".
Ally: Ich glaube nicht, dass das funktioniert.
Larry: [steht auf] Lieben Sie diesen Mann?
Ally: [muss erst nachdenken] Ja.
Larry: Dann müssen Sie ehrlich zu ihm sein. Sie müssen ihm sagen, wie unfähig er ist. Wenn Sie ihn heiraten würden, dann würden Sie ihm das sowieso sein Leben lang unter die Nase reiben. Irre ich mich etwa? [Ally ist wieder mal sprachlos. Sie steht auf, schaut Larry nochmal in die Augen und geht dann schnurstracks zum Ausgang, ohne auch nur ein Wort über die Lippen zu bringen. Sie biegt um die Ecke, nur noch ihre Schritte sind zu hören. Jeder Schritt wird von einem Nicken von Larry begleitet, bis schließlich die Türe zugeknallt wird. Larry pfeift.] Wollte nur helfen...

nihil, 14.09.2001

In Allys Büro. Ally sitzt an ihrem Schreibtisch und hält gedankenverloren zwei Kugelschreiber in ihren Händen. Vonda singt in der Akustik-Version "Don't Think Twice, It's Allright".
It ain't no use to sit and wonder why, babe
It don't matter, anyhow
Ally denkt: Auch wenn ich weiß, dass es nicht so ist, irgendwie hatte ich schon immer das Gefühl, dass das Leben keinen richtigen Sinn hat, wenn man es nicht mit jemandem teilen kann. Vielleicht habe ich davor Angst, mein Leben könnte plötzlich einen Sinn bekommen... oder auf einmal sinnlos sein.
Elaine tritt herein. Sie trägt ein rotes Kleid mit großem, weißem Blumenmuster, das bis über die Knie reicht.

[Kommentar von nihil: Und ihre Frisur ist einfach nur *leeeeeeeeeeeeeechz* !!!]

Elaine: Ally?
Die Gitarrenbegleitung zu Allys Gedankengängen stirbt ab.
Ally: Hhhhhhhhallo!
Elaine: [räuspert sich] Was machst du da?
Ally: Ich träum' so vor mich hin. Ich hab' mir grade mein Leben mit Brian vorgestellt.
Elaine: Das sah richtig aufregend aus.

[Kommentar von Sibo: Ja, so aufregend, wie es wohl auch ist.]

Ally: Wir sind nicht auf Aufregung aus, Elaine. Unser Ziel heißt Zufriedenheit.
Elaine: Oh, ja, hätte ich fast vergessen. Ally, es liegt mir fern, dir Ratschläge geben zu wollen...
Ally: ...was auch sehr passend ist, denn es liegt mir fern, dich jemals um welche zu bitten.

[Kommentar von Sibo: Schnippisch!]

Elaine: Die Sache ist die: Es laufen nur sehr wenige anständige Kerle herum, weißt du. Und bei den vielen übertragbaren Krankheiten heutzutage sind die Aussichten, so einen Typen an Land zu ziehen, noch geringer.
Ally: Ich komm' nicht ganz mit.
Elaine: Sie tragen doch alle Kondome. Du kannst sie doch nur vor den Altar schleifen, wenn du schwanger bist!
Ally greift nach einer Fernbedienung, die auf ihrem Schreibtisch liegt, und drückt einen Knopf. Auf einmal öffnet sich eine vorher noch nicht da gewesene Luke im Boden und lässt Elaine im wahrsten Sinne im Erdboden versinken. Tja, aber alles nur Fantasie!
Ally: [zuckersüß] Danke, Elaine. Ich weiß nicht, wie ich ohne dich im Leben zurecht kommen sollte.
Elaine lächelt Ally an, wirft gekonnt ihre nun etwas kürzere Lockenpracht zurück und zieht ab.

Sibo, 05.09.2001

Im Gerichtssaal wird Maureen von John befragt. Vorsitzende Richterin ist Aloma Wright.
Maureen: Am Anfang schien alles wunderbar zu sein. Nicht ganz so wunderbar vielleicht. Die körperliche Seite unserer Beziehung war nie sehr gut. Wir haben nicht mal in der Hochzeitsnacht miteinander geschlafen.
John: Ä-ähm, haben Sie jemals miteinander geschlafen?
Maureen: Ja, natürlich, aber das kam ausgesprochen selten vor. Er sagte, er hätte keine ausgeprägte Libido.
John: Und das haben Sie so akzeptiert?
Maureen: Ja. Alles andere in unserer Beziehung war wunderbar. Wir konnten die ganze Nacht hindurch lachen und uns unterhalten. Wir hatten die gleichen Interessen. Wir waren die besten Freunde und wahrscheinlich habe ich mir eingeredet, dass es in der Ehe vor allem um Freundschaft geht.
John: Aber es gab einen Zeitpunkt, wo sich das geändert hat.
Maureen: Im Juni wollte ich zusammen mit ein paar Freunden ein Wochenende in einem Kurort in Vermont verbringen. Die Maschine hatte mechanische Probleme und konnte nicht starten. Schließlich wurde der Flug gestrichen und ich fuhr nach Hause. Als ich ins Haus kam, rief ich nach Wayne, aber er antwortete nicht. Da hörte ich Gelächter aus dem Garten und ging hinaus. Sie waren im Schwimmbecken, völlig angezogen.
Die Szene, die Maureen beschreibt, wird eingeblendet.
John: Wer?
Maureen: Wayne und sie.
Als sie auf eine junge blonde Frau deutet, schnellen die Blicke der Geschworenen unisono zur besagten jungen blonden Frau.
John: Sie waren im Schwimmbecken?
Maureen: ...und küssten sich. Sie hatte so ein T-Shirt an und er hatte eine Schere und schnitt das T-Shirt auf. Sie amüsierten sich großartig, bis sie merkten, dass ich sie beobachtete.
Wieder wird die entsprechende Szene gezeigt.
John: Und wie ging es weiter?
Maureen: Ich habe die Wahrheit erfahren. Dass er mit dieser Frau schon seit über zwei Jahren ein Verhältnis hatte. Dass er vorhatte, sie zu heiraten, sobald diese misslungene Ehe geschieden war. Dass er doch einen gesunden Sexualtrieb hatte. Dass er nur bei mir geblieben war, um bei der Scheidung einen höheren Unterhalt zu bekommen. Dass ich ein Idiot war.
John: Und deshalb sind Sie hier: Sie wollen, dass die Ehe annulliert wird.
Maureen: Ich bin hier, um das Gericht zu bitten anzuerkennen, dass es niemals eine Ehe gegeben hat. Es gab nur eine Verbindung unter Vorspiegelung falscher Tatsachen. Es war alles Täuschung. Aber eine Ehe war es mit Sicherheit nicht.

Ally und Brian unterhalten sich in Allys Büro.
Brian: Wie lange willst du noch nachdenken? Ich meine, entweder willst du zu mir ziehen oder nicht!
Ally: Na ja, es ist...
Brian: Oder kriegst du etwa kalte Füße?
Ally: Brian, wenn zwei Menschen zusammenziehen, ist das ein Schritt in Richtung Ehe. Es ist eine wichtige Entscheidung.
Brian: Das habe ich nie bestritten.
Ally: Dein Tonfall ist abweisend.
Brian: Der Tonfall ist dann wichtig für die Bedeutung, wenn Worte nicht ausgesprochen werden. Ich spreche sie aus. Du dagegen verhältst dich zweideutig.
Ally: [ein wenig ernst] Setz dich. [Beide setzen sich hin.] Ich finde, wir haben eine tolle Beziehung. Das meine ich ehrlich. Wir lachen...
Brian: Ally!
Ally: ...aber was mir doch dabei ein wenig fehlt... und vielleicht ist es auch überhaupt nicht wichtig!
Brian: Aber so wichtig, dass du Bedenken hast, bei mir einzuziehen?
Ally: Ähm... was ein klein wenig zu wünschen übrig lässt... mit dir und mir... ist der... Sushi.
Brian: Sushi?
Ally: Möglicherweise...
Brian: Ally!
Ally: Sex! Der Sex ist nicht so... gut. [Seit dem "Sushi" ist Brians Miene versteinert.] Hast du mich gehört?
Brian: Du bist sexuell nicht befriedigt?
Ally: Na ja... nein, ich bin... ich bin sehr befriedigt, ich bin so was von... Es ist doch...
Brian: Ally, darf ich fragen, ob du... bist du denn zu gutem Sex überhaupt fähig?
Ally: Was soll diese Frage, Brian?
Brian: Ich frage nur: Liegt es an mir oder liegt es an dir?
Ally: An uns, Brian. Es ist eine Frage von Rhythmus, eine Frage des zueinander Passens und der... der Leiden... ...schaft. Wir entwickeln nicht gerade sehr viel Leidenschaft.
Brian: Du stellst die Beziehung also wegen Sex in Frage?

Im Gerichtssaal wird Maureen nun von Anwalt Raditz befragt, der ihren Mann vertritt.
Maureen: Das habe ich nie gesagt!
Raditz: Sie haben gesagt, Sie und Wayne wären die idealen Partner, die besten Freunde, aber wenn es keinen Sex gibt...
Maureen: Ich habe nicht gesagt, es gäbe...
Raditz: Bitte lassen Sie mich meine Frage stellen.
Maureen: Sie stellen keine Frage, Sie behaupten etwas und dem stimme ich nicht zu.
Raditz: Euer Ehren... [Man hört ein Pfeifen. Jeder schaut sich beunruhigt um, der Anwalt drückt den rechten Zeigefinger gegen seinen Nasenflügel, wobei erneut ein Pfeifgeräusch erklingt. John beugt sich leicht zur Seite, um das Spektakel besser beobachten zu können. Richterin Wright hingegen muss die Lippen zusammenkneifen, um nicht lachen zu müssen.] Miss Ringer, Wayne hatte mit dieser Frau zum Zeitpunkt der Eheschließung kein Verhältnis?
Maureen: Soweit ich weiß, nein, aber ganz genau werde ich das wahrscheinlich nie wissen.
Raditz: Er ist ihr erst zwei Jahre nach der Heirat begegnet.
Maureen: Das sagte man mir.
Raditz: Da haben zwei geheiratet, dann kommt eine andere Frau und die Ehe geht auseinander. Da frage ich mich, ob das das erste Mal ist, dass so was vorkommt.
John: Einspruch, Euer Ehren!
Raditz: Ihrer Aussage nach war es eine sehr gute Partnerschaft, bis Sie ihn verlassen haben. Sie sprachen von einer idealen Partnerschaft.
Maureen: Weil ich nichts davon ahnte!
Raditz: Sie haben bekommen, was Sie von einer Beziehung erwartet haben.
Maureen: Aber keine körperliche Zuwendung.
Raditz: Das war Ihnen auch nicht wichtig. So lautet Ihre Aussage.
Maureen: Ehrlichkeit schon.
Raditz: Und er ist zu Ihnen nicht ehrlich gewesen.
Maureen: Nein, das war er nicht.
Raditz: Und deshalb sind wir heute hier?
Maureen: Ja, genau.
Raditz: Wenn also Ehegatten nicht ehrlich zueinander sind, dann muss die Ehe annulliert werden. Das ist Ihr Standpunkt?

John und Maureen stehen nebeneinander im Aufzug.
John: Alles in Ordnung?
Maureen: Ja, ja.
John: Maureen, das ist ein Rechtsstreit. Da darf der Gegner nicht geschont werden.
Maureen: Ich weiß.
Sie verlassen den Aufzug.
Maureen: John? [Sie überlegt einen Augenblick.] Nichts.
John: Doch, sag's mir ruhig.
Maureen: Weißt du, als junges Mädchen habe ich nie einen Freund gehabt. Wie konnte ich mir einbilden, dass er, ein gut aussehender Mann...
John: Maureen...
Maureen: Mache ich mir etwas vor, wenn ich glaube, dass jemand mich anziehend finden könnte?
John: Natürlich nicht!
Maureen: Entschuldige mich einen Augenblick.
Sie geht weg und lässt John alleine zurück.

B'Ealy, 09.09.2001

Richard kommt vorbei und sieht Maureen nach.
Richard: [abschätzig] Ist das 'ne Wuchtbrumme... Wie läuft das Verfahren? [John schubst Richard verärgert weg.] Au! Au, womit hab' ich das verdient?
John: Richard, du musst mir einen großen Gefallen tun.
Richard: Alles. Du kriegst alles, solange es nicht um Geld geht.
John: Maureen - sie glaubt, dass kein Mann sie sexuell anziehend finden könnte.
Richard: [zynisch] Na sowas.
John: Ich weiß ja, dass es viel verlangt ist, aber könntest du so tun, als würdest du sie anziehend finden? [Richard verzieht das Gesicht und macht ein angeekeltes Geräusch.] Nur ein wenig, gerade genug, um ihr Selbstvertrauen wieder aufzubauen.
Richard: Was? Du-du-du willst, dass ich... dass ich - mit ihr...? John, d-d-d... sie sieht aus wie ein Hamster! Lieber treibe ich es mit einem Laubfrosch.
John: [wütend] Ich bitte dich nicht oft um etwas, verdammt!
Hinter den beiden taucht plötzlich Maureen wieder auf.
Maureen: Laubfrosch? [John und Richard fahren erschrocken herum. Maureen hingegen ist ganz fröhlich.] Ich-ich habe einen. John und ich haben sie früher gesammelt, weißt du noch?
John: [nickt knapp] Ja, na-natürlich.
Richard schickt Maureen ein lüsternes Grinsen und zwinkert ihr mit einem Auge zu.
Maureen: [irritiert] Was soll das?
Richard: Oh, ich-ich-ich gehe vielleicht etwas zu weit, aber... hat Ihnen schon mal jemand gesagt, was für eine schöne Frau Sie sind?
Maureen: [misstrauisch] Nein...
Richard: [über die Schulter zu John] Erstaunlich... [John bedenkt ihn mit einem bösen Blick.] Tja, ähm... [Er mustert Maureen nochmal.] Ja... oh ja... [Kurz angebunden.] Also dann!
Er geht. John sieht mit gespieltem Erstaunen zu Maureen herüber und zeigt dabei hinter Richard her.
Maureen: Hat er sich über mich lustig gemacht?
John: [übermäßig überzeugt] Nein! Ich glaub', er hat geflirtet.
Maureen: Na klar!
John: Maureen... siehst du die Frau, die da drüben steht? [Er zeigt auf Nelle.]
Maureen: Ja.
John: Ich war mal mit ihr zusammen.
Maureen: Ehrlich?
John: Mhmh.
Maureen: Sie ist sehr schön.
John: Sie fand mich auch schön und sexy. Und weißt du, warum?
Maureen: [mit leichtem Ekel] Ich kann es mir nicht mal vorstellen.
John: Sexy sein hat hiermit zu tun. [Er tippt sich an die Schläfe.] Ich wurde praktisch zu Barry White, wenn ich mit dieser Frau zusammen war. Ich war überzeugt, ich hätte Sex-Appeal, und deswegen war ich sexy. Ganz egal, wie dieser Fall ausgeht, Maureen, du musst immer an dich selbst glauben. Denn wenn du das nicht tust... dann wird es niemand tun. [Er geht.]

In Tracys ehemaligen Büro. Ally sitzt auf einem Stuhl vor dem Schreibtisch und erzählt Larry von ihren Beziehungsproblemen, während dieser den Raum einrichtet.
Ally: Er brachte einen guten Einwand: Wieso stelle ich alles in Frage, nur weil der Sex nicht klappt? Ist es nicht vollkommen lächerlich, eine Beziehung anhand der letzten fünf Minuten vor dem Einschlafen zu beurteilen?
Larry: Der Grund, weswegen Männer eine Beziehung eingehen, ist der Sex: Sie heiraten bloß, damit sie es immer wieder kriegen können, ohne ihre Zeit mit Abendessen und Blumen verschwenden zu müssen. Und wenn es nur ganze fünf Minuten dauert: Warum schlafen Sie überhaupt ein? Sie sollten wach liegen und sich fragen, was da eigentlich falsch läuft.
Ally: Sie sind so ein Macho. Und ein typisches Beispiel für alles, was an dieser Gesellschaft so krank ist.
Larry: Das ist ja, als wären wir verheiratet: Sie geben mir die Schuld an dieser kranken Gesellschaft. Kein Wunder, dass Sie einen Ehemann wollen: Sie sind schon eine Ehefrau!
Ally: [mit gespieltem Lächeln] Sie sind nicht clever und Sie sind auch nicht witzig. [Larry schickt das Lächeln zurück.] In dieser Gesellschaft wird Sex überbewertet, nur damit Sie's wissen. Erst im Kino, im Fernsehen, in den Zeitschriften... Das führt dazu, dass die Menschen ihr Selbstwertgefühl an ihrem Aussehen festmachen. [Sie steht energisch auf.] Wir verhandeln gerade einen Fall in unserer Kanzlei, bei dem eine Frau ihre Ehe annullieren lassen will, auf Grund fehlender Leidenschaft - annullieren! Das soll also heißen, Sex ist die Basis einer Ehe! Und wenn Leute wie Sie diese Auffassung aufrecht erhalten, ist das weder amüsant noch verantwortungsbewusst, und ich sage nicht, Sie wären schuld an der Gesellschaft, ich führe Sie nur als eines der traurigen Beispiele dafür an. [Sie setzt sich wieder.]
Larry: Puh! Das war überwältigend. Es war nicht meine Absicht, clever zu sein. Ich tu' mich ein wenig schwer mit Ihrer Litanei über die Überbewertung von Sex, nachdem Sie hier bei mir nach Vanilla duftend in einem eng anliegenden 2000-Dollar-Kostüm hereingeschwebt sind, so wie die Frauen in den Zeitschriften, nur dass Sie nicht die Chance haben, die Seite umblättern zu können. Was das Selbstwertgefühl angeht, so bin ich sicher, Sie haben einen Spiegel in Ihrem kleinen Prada-Täschchen. Auch wenn Sie die Vorstellung hassen, das Objekt der Begierde eines Mannes zu sein: Noch mehr fürchten Sie die Vorstellung, es eines Tages nicht mehr zu sein. Und die brennende Frage tief, tief, tief unter Ihrem Lippgloss ist die: Ist dieser Tag bereits gekommen?

[Kommentar von Dude: Ich liebe diesen Mann!]

Ally: [steht verbittert auf] Sie sind der größte Arsch, der mir je begegnet ist.
Larry: [trocken] Dann wäre es gut, wenn Sie Ihn jetzt zum Abschied lecken.
Ally zeigt mit säuerlichem Lächeln auf Larry und verschwindet aus seinem Büro, indem sie angewidert ihre Arme ausschüttelt.
Larry: [gespielt nachdenklich] Hab' ich was gesagt? Hm...

In Allys Büro. Ally und Renée sitzen sich gegenüber. Ally stochert in ihrem Lunch rum.
Renée: Gehst du jetzt noch mal zu ihm, Ally?
Ally: Nein. Warum auch? Ich werd' nicht mal seine Rechnung bezahlen, falls er mir eine schickt.
Renée: Ich habe von Brian gesprochen.
Ally: Oh... Ach ja... Was ist?
Renée: Du bist seit sechs Monaten mit ihm zusammen. Er fragt dich, ob du zu ihm ziehst, und du denkst nur noch an diesen neuen... Therapeuten.
Ally: Findest du Brian eigentlich langweilig?
Renée: Ganz ehrlich?
Ally: Natürlich.
Renée: So langweilig, dass ich das Interesse an der Frage verloren hab'.
Ally: [bestürzt] Wirklich?
Renée: Aber das heißt nicht unbedingt, dass er nicht der Richtige wäre.
Ally: Ich passe zu jemandem, der langweilig ist?
Renée: Gegensätze ziehen sich an und du bist so lebendig und Brian ist so...
Ally: Tot.
Renée: Warum fragst du mich das? Was denkst du, Ally?
Ally: Ich finde, er ist liebenswert, er ist clever, er ist zärtlich, er ist süß... Er ist nicht der langweiligste Mensch auf Erden, aber von allen, die mir begegnet sind...
Renée: Sprich weiter.
Ally: Ich wollte immer ein langes Leben haben und mit Brian wird es mir sicher so vorkommen.
Renée: Sprich weiter.
Ally: Vielleicht dauert Sex ja länger als bloß 60 Sekunden, aber woher soll ich das wissen?
Renée: Sprich weiter.
Ally: Dieser Therapeut ist unglaublich süß.
Renée: Da machen wir Schluss. Ich sage dir Folgendes: Du hast dich schon immer zu Menschen hingezogen gefühlt, die dich verrückt machen oder dich verbrennen, wie eine Motte zum Licht.
Ally: Worauf willst du hinaus?
Renée: Brian ist möglicherweise ja nicht der Richtige, aber lass die Finger vom Therapeuten!

Im Gerichtssaal. Dick Raditz befragt Wayne Keebler.
Wayne: In der Ehe geht es um Liebe. Sex ist nur ein möglicher Ausdruck davon und ganz bestimmt nicht der allerwichtigste.
Raditz: Mr. Keebler, ich bin kein Eheberater, aber wenn ein Ehepaar keine intimen Beziehungen hat...
Wayne: Wir haben doch alle schon mal von der Theorie der Bohnen im Glas gehört.
Raditz: Wie bitte?
Wayne: Sie besagt, wenn ein Paar im ersten Ehejahr jedes Mal, wenn es Sex hat, eine Bohne ins Glas legt und in den folgenden Jahren jedes Mal eine Bohne herausnimmt, wenn es Sex hat, dann wird das Glas niemals leer werden.
John ist mit der Befragung an der Reihe.
John: Sie steckten in finanziellen Schwierigkeiten, als Sie meine Mandantin kennen lernten, stimmt das?
Raditz: Einspruch!
John: Streichen wir's, ich hab' das Interesse verloren. Was ist geschehen, Mr. Keebler? Sie begegneten dieser Frau da drüben und haben sich aufs Neue Hals über Kopf befreundet?
Raditz: [genervt] Einspruch, Euer Ehren...
John: Wie ist der Name Ihrer neuen großen Liebe?
Wayne: Diane.
John: Hat diese Diane einen Job?
Wayne: Sie ist Model.
John: Ach, verstehe... Ist das von Ihren bisherigen Freundinnen die erste, die modelt?
Wayne: Ich verstehe Ihre Frage nicht.

Dude, 08.09.2001

John: Ihre letzten beiden Freundinnen, bevor Sie der Seelenverwandte meiner Mandantin wurden, waren auch Models, habe ich Recht?
Raditz: Inwiefern ist das für den Fall relevant?
John: Es zeigt, dass dieser Mann mit schönen Frauen ausgeht. Er hat sich meine Mandantin nur wegen des Geldes aufgehalst.
Wayne: Das ist nicht wahr!
John: Sex hat keine Priorität? Das erklären die Männer doch andauernd, oder etwa nicht?
Wayne: Wenn mehr Männer das täten, läge die Scheidungsrate vielleicht nicht so hoch.
John: Gut gesprochen von dem Mann, der in flagranti mit einem Model erwischt wurde.
Wayne: Ich sage Ihnen was: Ich hab' sie geliebt, als ich sie geheiratet habe, und ich habe der Freundschaft Vorrang eingeräumt. Ich hatte vor, mich zu binden, Mr. Cage, fürs Leben. Nicht für ein Wochenende in Tahoe.
John: Ja, waren Sie mit ihr in Tahoe? Hatten Sie Ihr Bohnenglas mit?
Richterin: Mr. Cage!
Raditz: Einspruch, Euer Ehren!
Wayne: Es ist sinnvoll, eine Ehe aus Vernunft und nicht aus Leidenschaft einzugehen. Und sie hat mich weggestoßen. [Er wendet sich an Maureen.] Das weißt du, Maureen.
John: Sprechen Sie meine Mandantin nicht an. Richten Sie Ihre Lügen an mich!
Wayne: Sie wollte meine Zuneigung nicht. [Wieder an Maureen gewandt.] Du hast mich weggestoßen!
John: Direkt in die Arme von Diane. Wenn das mal kein glücklicher Stoß war.
Richterin: Mr. Cage, das genügt.
John: Ja...

In Larrys Büro. Ally kommt herein. Er ist immer noch mit dem Einräumen seiner Sachen beschäftigt und steht dabei auf einer kleinen Klappleiter vor einem Regal.
Larry: Nein, bitte!
Ally: Hm, es tut mir leid, dass ich Sie als größten Arsch, den ich kenne, beschimpft habe. Es gibt bestimmt noch mindestens einen größeren, allerdings erinnere ich mich nicht mehr an ihn.
Larry: Hm, danke. Wenn Sie jetzt noch körperlich an mir interessiert wären, könnte das meine Selbstachtung wieder aufbauen.
Ally: Wissen Sie, ich bin hergekommen, um mich zu entschuldigen, und Sie lassen nur so einen dummen Spruch los? Ist das Ihre Methode?
Larry: Nein, ich habe keine Methode, nur Intuition. [Er steigt von der Leiter und steht nun direkt vor Ally.] Warum sind Sie wieder gekommen? Aber ehrlich.
Ally: Na ja, im Gespräch mit meiner Mitbewohnerin wurde mir etwas klar...
Larry: Hm, etwas? Nämlich?
Ally: Das Problem bei den Männern: Die Guten sind alle vergeben, und wenn man eine Affäre mit einem hat, wird er zum betrügerischen Schwein, und wenn man endlich einen anständigen Mann kennen lernt, ist man so berauscht davon, dass er nicht so ein Schwein ist, dass man Euphorie für Liebe hält. Also sagt man "Ja" zu einem Essen, zum Kino, zu einem Wochenende mit diesem winzigen Penis, der hervorschießt wie eine Kugelschreibermine. Und ehe man sich's versieht, fragt er einen, ob man zu ihm ziehen will. Und dann überlegt man sich's, denn verglichen mit all den anderen ist er anständig und nett.
Larry nimmt seine Brille ab. Larry und Ally stehen nun dicht voreinander, beide lehnen sich seitwärts ans Regal.
Larry: Reden Sie immer so ohne Punkt und Komma?
Ally: Ich habe Angst, dass, wenn ich Luft hole, jemand Anderes zu Wort kommen könnte.
Larry: Und wie stehen die Dinge mit...?
Ally: Ähm, ähm, Brian.
Larry: ...Brian?
Ally: Also, ähm, i-ich hab' ihm gesagt, dass der Sex nicht sehr gut war, und ich glaube, er wartet noch auf eine Antwort, die ich ihm doch eigentlich schon gegeben habe.
Larry: Ally, Männer verstehen Andeutungen nicht. Wir verstehen ein "Nein" erst dann, wenn man uns die Koffer vor die Tür stellt. Wir sind mit Filmen aufgewachsen, in denen das Mädchen in den ersten zwei Akten "Nein" sagt und im dritten Akt ist sie seine Frau. Wenn er nicht der Richtige ist, dann müssen Sie eben brutal sein, hm, und offen.
Ally: Grausam?
Larry: Na ja, wenn Sie aus der Tür gehen, muss er wissen, dass Sie ihn verlassen. Wenn Sie dazu zu feige sind, müssen Sie damit rechnen, dass er Sie weiter mit seinem Kugelschreiber verfolgt. Oder sehen Sie das vielleicht anders?

Im Büro. John und Maureen kommen aus dem Fahrstuhl.
Maureen: Also jetzt sind nur noch die Schlussplädoyers dran?
John: Mhmh, morgen früh.
Maureen: Meinst du, wir haben eine Chance?
Richard: [geht an den beiden vorbei] John. Maureen.
Er wirft Maureen einen seiner gespielten "sexy" Blicke zu und macht ein seltsames Geräusch, das wahrscheinlich so etwas wie Bewunderung ausdrücken soll.
Maureen: Würdest du mich einen winzigen Moment entschuldigen, John. [Sie folgt Richard.]
John: Das gefällt mir gar nicht.

In Richards Büro. Maureen kommt ohne anzuklopfen herein und wirft die Tür hinter sich zu. Richard sitzt an seinem Schreibtisch und blickt verwundert auf. Im Hintergrund ertönt Barry White und Maureen bewegt sich hüftschwingend auf Richard zu, der langsam merkt, was los ist, und erschrocken wirkt.
Richard: Mau-Mau-Maureen, was-was gibtís? [Maureen wirft ihre Handtasche zu Boden und versucht, sich sexy zu Barry Whites Musik zu bewegen.] Ich, äh, äh, Mau-Mau-Mau-Mau-Maureen, ich-ich-ich-ich hab' eine, eine Freundin und sie ist eine, eine, eine ganz böse Frau. [Maureen hat nun ihren Blazer aufgeknöpft und bewegt sich weiter auf Richard zu. Richard betätigt verzweifelt die Freisprechanlage auf seinem Schreibtisch, während Maureen langsam auf ihn zu "tänzelt".] Hilfe, ist da jemand? Ist da draußen irgendjemand? Mau-Mau-Maureen...
Maureen ist an seinem Schreibtisch angekommen und lehnt sich zu ihm hinüber. Sie bewegt ihre Lippen zu Barry Whites Gesang, der immer langsamer wird: "nobody but you and me!" Richard schreit in seiner Verzweiflung laut auf.

In Johns Büro. Maureen sitzt auf dem Sofa, John steht vor ihr. Sie ist den Tränen nahe.
John: Was hast du dir dabei gedacht?
Maureen: Nur dass, wenn ich anfangen würde, ich weiß auch nicht, na ja, meine Sexualität etwas mehr zu betonen.
John: Maureen, du musst dir selbst treu bleiben.
Maureen: Weißt du, wie schwer es für mich war, das alles im Gerichtssaal mitanzuhören?
John: Davor hatte ich dich vorher gewarnt. Auch in meinem Schlusswort werde ich unangenehme Dinge sagen müssen. Also wenn wir gewinnen wollen... [Er sitzt sich neben ihr aufs Sofa.] Was ist, willst du diesen Prozess gewinnen oder lassen wir es einfach auf sich beruhen?
Maureen: Ich kann jetzt nicht mehr zurück, John. Wenn ich jetzt aufgebe, nachdem... Tu, was nötig ist, um zu gewinnen! Dann hätte ich wenigstens das.

In Brians Büro. Er sitzt am Schreibtisch und liest. Ally kommt herein.
Ally: Stör' ich gerade?
Brian: Ally! [Er scheint sich zu freuen und steht auf.]
Ally: Überraschung.
Brian: Oh...
Ally: Ich liebe dich wirklich, Brian. [Sie legt ihm seinen Ring auf den Schreibtisch.]
Brian: Das brauchst du nicht zu tun. Du behältst ihn einfach in Erwartung des Tages, an dem wir zusammenziehen.
Ally: Dieser Tag wird nie kommen.
Brian: Willst du... du willst, du willst dich endgültig von mir trennen? Wieso?
Ally: Es ist so... ich hab' zwar immer versucht, es mir einzureden...
Brian: Wenn du mir jetzt mit "Es soll nicht sein!" kommst, wird mir speiübel. Wir sind seit sechs Monaten zusammen und-und plötzlich gefällt dir der Sex nicht. Also läufst du einfach davon?
Ally: Wenn ich in die Zukunft sehe, sehe ich, wie ich deiner überdrüssig werde, unser beider überdrüssig. Ich ziehe nicht mit einem Mann zusammen, bei dem ich dieses Gefühl habe. Ich gehe nicht mal mit ihm aus.
So langsam wird Brian wütend und lauter.
Brian: Ich fürchte, du brauchst Hilfe. Du glaubst, irgendwann kommt ein Märchenprinz hereingeschwebt und rettet dich vor dir selbst. Aber das ist so eine alberne Kindheitsfantasie!
Ally: Brüll mich bitte nicht so an.
Brian: Ich brülle, weil du mich verletzt hast! In den letzten sechs Monaten, was haben wir da gemacht? Warum warst du überhaupt mit mir zusammen, häh?
Ally: Weil du ein großartiger Kerl bist und auch weil... Mir war es nicht ganz klar, aber wahrscheinlich war ich auch mit dir zusammen, weil ich sonst niemanden hatte. Man begegnet nicht oft jemandem, den man lieben kann.
Brian: Das habe ich davon, dass ich jemanden liebe, der den emotionalen IQ eines Teenagers hat. Los, verschwinde! Verlier meine Nummer, ich verlier' deine jedenfalls.
Ally: Wir können doch...
Brian: Wenn du glaubst, du könntest die Sache mit einem "Bleiben wir Freunde!" abmildern, irrst du dich. Hau ab! Verschwinde! Leb wohl.
Er setzt sich wieder hin und tut so, als würde er lesen. Ally dreht sich um und verlässt das Büro.

Sandra, 09.09.2001

Johns Schlussplädoyer im Gerichtssaal.
John: Alle in diesem Raum wissen doch, was hier geschehen ist. Sehen Sie ihn an! Der charmante, abgebrannte, gut aussehende Mann und das reizlose, fette, reiche Mädchen. Er konnte erst mal seine Schulden bezahlen, dann mit in das große Haus ziehen, den Jaguar fahren sowie das Badezimmer umgestalten, während sie jeden Tag zur Arbeit ging. Angeblich war er nicht an Sex interessiert, während er doch heimlich eine Affäre mit einem Wet-T-Shirt-Model hatte. Das ist schlichtweg Betrug. Er hat ausgesagt, meine Mandantin geheiratet zu haben, weil es das Vernünftigste gewesen sei. Sie seien die besten Freunde gewesen. Es wäre sinnvoll, eine Ehe auf einer Basis der Vernunft aufzubauen, nicht auf etwas so Flüchtigem wie Leidenschaft oder Lust. Das wäre dumm! Glauben Sie das wirklich, meine Damen und Herren? Wie viele Männer kennen Sie, die Sex nicht als das Wichtigste ansehen? Vor allem solche, die so aussehen. Männer sehnen sich nach Sex. Das macht uns zu dem, was wir sind. Und deshalb hat der Penis die Form einer Kompassnadel. So anstößig das auch klingen mag, es abzustreiten wäre eine Lüge. Und zwar eine furchtbare. So eine wie die, die er ihr erzählt hat. Und ich werde Ihnen noch etwas sagen: Wenn Sie jemandem das Ja-Wort geben, für den Sie keine Leidenschaft empfinden, was ist denn das für eine Basis? Die besten Ehen sind niemals die, die aus Vernunftgründen geschlossen wurden. Was man aus Vernunftgründen schließt, sind Kompromisse. Und der Kompromiss, den Mr. Keebler eingegangen ist, war der, in Zukunft auf Leidenschaft, Romantik und Lust zu verzichten für Geld. Maureen Ringer hatte dieser Abmachung nie eingewilligt. Sie wurde dreist belogen und getäuscht. Das fade Mädchen wurde reingelegt. Und darum sind wir hier. Vor Beginn der Verhandlung sagte sie zu mir, sie wolle ihre Würde zurückgewinnen. Darum hat sie vor Gericht gekämpft. Und sie hat sie sich redlich verdient, meine Damen und Herren. Doch nur Sie können sie ihr zurückgeben. Und dazu brauchen Sie nur eins zu tun. Sehen Sie der Wahrheit ins Gesicht!
Raditz: Mal angenommen, dass Mr. Cage Recht hätte - hat er nicht. Aber nehmen wir's an. Mein Mandant hätte sie also zum Teil wegen ihres Geldes geheiratet. Na und? Jeden Tag heiraten Leute deswegen. Seit wann muss man sich dafür schämen? Manche entscheiden sich aufgrund des Aussehens. Andere aus religiösen Gründen. Wieder andere fühlen sich von Eigenschaften des Anderen angezogen. Und ja natürlich, manche machen auch Geld zum Kriterium. Es gibt keine Liste mit richtigen und falschen Gründen. Und wenn es eine gäbe, Wayne Keebler würde den Test trotzdem bestehen. Denn er hat sie geliebt. Sie selbst hat ausgesagt, dass sie die besten Freunde waren. Es kann nicht nur Schein sein, wenn man nächtelang miteinander lacht. Das ist doch was, oder? Wenn zwei Menschen miteinander lachen können, dann ist das was Besonderes.
John leert "aus Versehen" Kaffeebohnen aus einem großen Glas. Der Anwalt schaut sich überrascht zu ihm um. Die Richterin schüttelt den Kopf und fasst sich an die Stirn. John schüttet die Kaffeebohnen mit Hilfe seines Blattes zurück ins Glas und macht ein zerknirschtes Gesicht. Dann hebt er entschuldigend die Hand.

Schwenk von oben über die Unisex-Toilette. In einer der Kabinen sitzt eine grübelnde Ally.
Ich weiß nicht, warum ich so gerne hier drinnen nachdenke. Vielleicht deshalb, weil meine Gedanken hier am besten aufgehoben sind.
Die Toilettentür geht mit einem Ruck auf und Larry steht vor ihr. Die überrumpelte Ally fällt mit lautem Gepolter und schreiend von der Toilette, rappelt sich wieder auf und starrt ihn wütend an.
Larry: Ich hätte anklopfen sollen.
Ally: [fassungslos und sich immer wieder eine Strähne aus dem Gesicht blasend] Was... was... wa-was haben Sie hier verloren?
Larry: Ehrlich gesagt, ich habe mir ein bisschen Sorgen um Sie gemacht.
Ally: [eine Spur sanfter] Wirklich?
Larry: Ja. Meistens sind Trennungen schwer. Ich hatte so eine Vorstellung von Ihnen in der Toilette. Sie wissen schon.
Ally schließt mit einem lauten Knall von außen die Kabinentür und stellt sich ihm wütend gegenüber.
Ally: Wenn Sie ein anständiger Therapeut wären, müssten Sie keine Hausbesuche machen. [Sie lässt ihn stehen und geht zum Spiegel.]
Larry: [bass erstaunt] Ich bin kein Therapeut, ich bin Anwalt.
Ally: Was haben Sie gesagt?
Larry: [lachend] Sie dachten, ich wäre Therapeut?
Ally: [nickend] Ähä.
Larry: Es steht sogar draußen an der Tür: Rechtsanwalt.
Ally: Sie sind also Anwalt?
Larry: [nickend] Mh.
Ally: Und warum haben Sie mich dann reden lassen und mir von meinem Freund abgeraten?
Larry: Na ja, äh... Sie schienen sich aussprechen zu wollen. Ich bin ein guter Zuhörer. Es steht an der Tür: Rechtsanwalt. Ist das zu subtil? Hätte ich schreiben sollen, Anwalt, Jura studiert, käuflich?
Ally: [bissig] Machen Sie sich lieber nicht lustig über mich, Larry! Wie kommen Sie überhaupt dazu, mir Ratschläge in einer persönlichen Angelegenheit zu erteilen?
Larry: [ruhig] Ich bin Anwalt, Ally. Als Anwälte neigen wir dazu, einen Kompromiss als eine gute Sache anzusehen. Wir einigen uns und dann feiern wir das. Sie waren dabei, einen Kompromiss in einer Beziehung einzugehen und ihn mit einer Trauung zu feiern. Keine gute Sache. [Ally macht ein nachdenkliches Gesicht und nickt dann wie zustimmend. Er scheint erleichtert, dass er wohl die Kurve grade noch bekommen hat und geht näher auf sie zu.] Jedenfalls... geht's Ihnen gut?
Ally: Ja.
Larry: Gut. Vielleicht begegnen wir uns ja mal eines Tages im Gericht. [Er reicht ihr versöhnend die Hand und Ally nimmt an.] Bis dann.
Ally: [sanft] Bis dann.
Larry drückt ihr sanft einen Kuss auf die Backe und verlässt dann die UST.

Wieder im Gericht, die Geschworenen nehmen soeben wieder ihre Plätze ein. Maureen tuschelt mit John.
Maureen: Sie haben nicht sehr lange gebraucht.
John: Na ja. Ist ja auch kein Mordprozess. Aber wenn du die Schere in die Finger...
John wird von der Richterin unterbrochen.
Richterin: Wie befinden die Geschworenen?
Sprecher: [steht auf] Wir, die Geschworenen, befinden mit einer Mehrheit von neun zu drei, dass die Ehe von Maureen Ringer und Wayne Keebler nicht annulliert wird.
Richterin: Ich danke den Geschworenen. Die Verhandlung ist geschlossen.
John: [beugt sich zu Maureen und flüstert] Das tut mir leid.
Maureen: Ich kann es einfach nicht glauben.
Wayne: [geht geradewegs auf Maureen zu] Maureen? Durch das Urteil bist du jetzt verpflichtet, mir Unterhalt zu zahlen. Aber ich möchte dir etwas sagen. Ich will nichts, nicht einen Cent.
Maureen: Was? Und... wozu haben wir das alles dann gemacht?
Wayne: Weil du mir nie geglaubt hättest, was ich dir jetzt sage. Du hättest wieder nur gedacht, es wäre ein Trick von mir, um mehr Geld zu bekommen. Ich habe dich geliebt und ich wollte mit dir zusammenbleiben. Aber du hast unsere Vereinbarung abgelehnt und du hast mich zurückgestoßen.
Maureen: Weil ich berührt werden wollte. Ich wollte ein bisschen Leidenschaft, Wayne.
Wayne: Aber das war nicht die Basis unserer Beziehung. Was das angeht, kann man vielleicht von Täuschung reden. Aber ich war's, der getäuscht wurde.
John, der genau wie Waynes Anwalt alles staunend angehört hat, geht nun wieder zu Maureen.
John: Tja, komm, Maureen, gehen wir.
Maureen: Und wohin?
John: Ich begleite dich nach Hause.
Sie verlassen den Gerichtssaal. Im Hintergrund beginnt Vonda, "We're All Alone" zu singen.

Outside the rain begins
And it may never end
So cry no more
On the shore a dream
Will take us out to sea
Forevermore, forevermore
Close your eyes and dream
And you can be with me
'Neath the waves
Through the caves of hours
Long forgotten now
We're all alone, we're all alone
Dazu werden folgende Schlussszenen gezeigt:
- Maureen und John gehen nebeneinander durch die Nacht. Einige Blätter fallen von den Bäumen.
- An seinem Schreibtisch sitzt ein nachdenklicher Brian, der langsam den für Ally gedachten Ring in den Fingern dreht.
- Larry geht in seinem neu eingerichteten Büro umher und betrachtet zufrieden sein Werk. Dann setzt er sich an den Schreibtisch und legt die Füße hoch.
- Ally liegt in ihrem Bett und liest ein Buch.
Allys Gedanken schweifen vom Buch ab und sie denkt bei sich: Vielleicht werde ich mein Leben einmal mit jemandem teilen. Vielleicht auch nicht. Aber um die Wahrheit zu sagen, wenn ich an meine einsamsten Momente zurückdenke, dann saß da meistens jemand neben mir.
Close the window, calm the light
And it will be all right
No need to bother now
Let it out, let it all begin
All's forgotten now
We're all alone, we're all alone

tia, 07.09.2001

Dieses Transkript wurde von einer Gruppe von Ally-Fans für alle Ally-Fans erstellt. Es ist ein Spaß-Projekt, bei dem jede und jeder mitmachen darf. Jede Folge wird, sobald sie ausgestrahlt worden ist, von Sibo in mehrere Abschnitte unter- und auf die verfügbaren Transcriber verteilt. Diese schicken ihre Texte an nihil, der die Teile korrigiert und zusammenfügt. Wenn jemand einen Beitrag leisten oder die Transkripts auf seiner Webseite veröffentlichen möchte, kann er sich an eine dieser beiden Kontaktpersonen wenden.

The characters, plotlines, quotes, etc. included here are owned by David E. Kelley's Productions and 20th Century Fox Television, all rights reserved. This transcript is in no way a substitute for the show "Ally McBeal" and is merely meant as a homage. This transcript is not authorized or endorsed by David E. Kelley's Productions or Fox Entertainment. It is absolutely forbidden to use this transcript for commercial gain. It is not allowed to modify, duplicate or redistribute the transcript or parts of it without written permission of the webmaster or the transcribers.

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